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Das Leitbild

Das ideelle Fundament der Kulturentwicklungsplanung ist das kulturelle Leitbild der Stadt Görlitz, dessen fünf Hauptbotschaften unten skizziert werden. Diese sind als eine Annäherung an das kulturelle Leitbild der Stadt zu verstehen. Im Zuge der Arbeit an der KEP wird der vorgeschlagene Entwurf seine endgültige Form finden.

Dem kulturellen Leitbild der Stadt Görlitz liegt ein weiter und demokratischer Kulturbegriff zugrunde.

Die Stadt Görlitz versteht Kultur als die Gesamtheit der einzigartigen geistigen, materiellen, intellektuellen und emotionalen Eigenschaften einer Gesellschaft. Neben der Kunst, Bildung und Wissenschaft gehört dazu auch ein aktiver, positiver, urbaner Umgang mit Lebensformen und Wertesystemen. Die Kunst, gemeint als die Künste aller Sparten, bleibt jedoch die Basis und der Motor der Kultur und steht somit im Zentrum städtischer Kulturpolitik und Kulturförderung.
Das kulturelle Leitbild der Stadt Görlitz orientiert sich am demokratischen Kulturbegriff, der Kultur als die zentrale Möglichkeit gesellschaftlicher Teilhabe für die gesamte Stadtbevölkerung, ungeachtet sozialer Voraussetzungen, begreift. Eine umfassende Teilhabegerechtigkeit an kulturellen Angeboten wird von der Stadt Görlitz angestrebt und durchgesetzt.

Kultur schafft Identifikation und Verbundenheit mit der Stadt.

Als Bindeglied zwischen der Vergangenheit und Zukunft ist die kulturelle Wertschöpfung die Grundlage des Zusammenlebens der Stadtgesellschaft in der Gegenwart. Aus diesem Kontinuum bildet sich die Identität der Bürger. Sie ist nichts Statisches und Gegebenes, sondern wird durch kulturelle Teilhabe – Wahrnehmung von Kulturangeboten oder eigene kreative und künstlerische Betätigung – aktiviert, modelliert, immer wieder neu verhandelt. Kunst und Kultur schaffen eine emotionale Bindung der Bürger zum Lebensort und erhöhen ihre Lebensqualität. Deswegen richten sich die kulturellen Angebote primär an die Bürger der Stadt und der Region. Dies erfordert eine Kultur der Vielfalt, die Kulturangebote und aktive Mitgestaltungsmöglichkeiten für die unterschiedlichen Bedürfnisse, Lern- und Lebensphasen, Milieus und soziale Schichten bietet.

Kultur profitiert vom Spannungsfeld zwischen Tradition und Innovation.

Durch ein reiches städtebauliches Erbe hat die Stadt Görlitz eine sichtbar enge Beziehung zu ihrer Geschichte und Tradition – das Nebeneinander vieler Epochen prägt das Stadtbild. Aus dieser Beziehung ergibt sich für die Stadt die Verpflichtung zur Bewahrung und Pflege aber auch zur lebendigen Vermittlung des kulturellen Erbes. Diesem Anspruch möchte die Stadt auch durch ihre Bewerbung um den Titel Welterbe gerecht werden. Die Gefahr der „Musealisierung“ der Stadt, die zeitgenössische und innovative Entwicklungen verhindern oder beeinträchtigen kann, darf dabei nicht übersehen werden. Die Zukunft der Stadt liegt nicht in einem alles andere erdrückenden Traditionalismus, sondern es ist eine Aufgabe der kommunalen Kulturpolitik, auch Gegenakzente zu setzen, ohne die beiden Positionen – Tradition und Innovation – gegeneinander auszuspielen. Aus der Sicherung der Kontinuität und der Weiterentwicklung eines lebendigen Gemeinwesens im städtischen Raum sollen Impulse für eine fortlaufende kritische Erneuerung der Stadt gegeben werden. Ziel der kommunalen Kulturpolitik darf es nicht ausschließlich sein, den institutionellen Bestand zu bewahren, sondern auch Freiräume für die Entwicklung aktueller und alternativer Ausdrucksformen zu schaffen, das Entstehen neuer kultureller Medien und Interaktionsformen zu fordern und zu fördern. Diese Forderung ist selbstredend auch an die vorhandenen Institutionen zu richten.

Kultur braucht gleichermaßen Institution und Zivilgesellschaft.

Neben den (städtischen und weiteren) Kulturinstitutionen, die Eckpfeiler und Kristallisationspunkte der kulturellen Infrastruktur der Stadt Görlitz sind, spielt sich das kulturelle Leben in und dank der Zivilgesellschaft ab. Das ehrenamtliche Engagement wird gezielt für kulturelle Projekte aktiviert und unterstützt. Ziel ist es, nachhaltige Verantwortungspartnerschaften im Sinne eines aufbauenden Miteinanders zu bilden, die Zivilgesellschaft zu stärken und ihre Potenziale zu aktivieren. Die kulturellen Aktivitäten von Vereinen, Verbänden und Privatpersonen sollen so weit wie möglich mit den kommunalen und sonstigen kulturellen Aktivitäten im Sinne eines komplementären Angebots koordiniert werden.

Kultur verhilft der Stadt Görlitz zur überregionalen Ausstrahlung.

Kultur prägt das Image der Stadt Görlitz, trägt zu ihrer Unverwechselbarkeit im Wettbewerb der Städte und Regionen bei und sorgt für ihre überregionale Ausstrahlung. Dank der Kultur, insbesondere in ihrer Ausprägung als Baukultur, wird die Stadt von außen positiv wahrgenommen. Insofern ist Kultur auch ein wichtiger Bestandteil des Stadtmarketing.